In der aktuellen Krise sind auch Tierbesitzer sehr besorgt und stellen sich viele Fragen. Kann sich mein Tier infizieren? Ist mein Tier gefährdet? Übertragen Haustiere das Virus? Was passiert mit meiner Katze oder meinem Hund wenn ich selbst in Quarantäne bleiben muss?

Dies schafft viele Unsicherheiten und es hilft auch nicht, dass im Netz teilweise wild spekuliert wird. Aus diesem Grund habe ich die aktuellen Bekanntgaben unseres Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut, zu diesem Thema zusammengestellt.

 

Können sich Katzen und Hunde mit Corona infizieren?

Bekannt wurde der Fall eines Hundes in Hongkong, der sich angeblich mit Corona infiziert hatte und in Quarantäne kam. Dies hat sehr zur Verunsicherung von Haustierbesitzern beigetragen.

Dazu hat sich der Virologe Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Löffler-Instituts gegenüber der Tagesschau geäußert. Seinen Aussagen nach wären Proben aus dem Mund und der Nase des Hundes wohl schwach positiv getestet worden, was jedoch nicht wirklich etwa heißt. Denn der Hund lebte in einem Haushalt mit infizierten Menschen. Durch Abschlecken könnten dann Viren ins Maul gelangt sein. Dies wäre jedoch kein Infektionsnachweis und es wäre äußerst unwahrscheinlich, dass ein Haustier an COVID-19 erkranke. Auch zeigte der Hund keinerlei Kranheitssymptome. Wörtlich sagte Mettenleiter:

„Es gibt bisher keinerlei Hinweise weltweit, dass Katzen oder Hunde oder überhaupt Heimtiere bei der Entwicklung dieser Pandemie eine signifikante epidemiologische Rolle spielen. Es ist bisher kein einziger Fall bekannt geworden, dass sich ein Hund oder eine Katze nachweislich belegbar mit dem Erreger infiziert hat.“

Diese Einschätzung wird von den Experten des European Centre for Control (ECDC) und der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) geteilt. Derzeit fehlen jedoch noch tiefergehende wissenschaftliche Untersuchungen.

 

Übertragen Haustiere das Virus?

Nun könnte man annehmen, dass deine Katze oder dein Hund das Virus nicht übertragen kann. So einfach ist es aber leider nicht. Sie können es wohl nicht aus sich heraus, da sie nicht erkranken. Wenn sie allerdings in Kontakt mit infizierten Menschen waren, so können die Viren im Fell des Tieres landen, wenn dieses von diesen Menschen gestreichelt wurden oder im Maul, wenn das Tier den Infizierten abgeschleckt hat.

Das Risiko für eine Übertragung schätzt Mettenleiter dennoch als gering:

Das sind aber geringste Mengen an genetischem Material des Erregers, die hier gefunden werden, die aller Wahrscheinlichkeit nach für eine Infektion, selbst über so eine Kontamination nicht ausreichen.

Dennoch bleibt ein Restrisiko bestehen und du solltest auch bei Haustieren die grundlegenden Prinzipien der Hygiene beachten. So solltest du dir regelmäßig die Hände gründlich waschen und es vor allem vermeiden, dass dein Tier dich abschleckt. Das mag dein Tier ja liebevoll meinen, aber in diesen Zeiten ist zum Schutz aller dringend davon abzuraten.

Dies bedeutet, kein Kuscheln, kein Essen teilen und Nasen- und Mundkontakt vermeiden. Achte also bei deinem Tier genauso auf Hygiene wie bei dir selbst und es gibt keinen Grund, dein Haustier fernzuhalten oder abzugeben. Und nochmals, vor und nach jedem Tierkontakt solltest du dir gründlich die Hände waschen.

Unser Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut, hat die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema zusammengestellt: 

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