Haustiere gelten oft als die besten Freunde des Menschen. Für Viele sind sie vollwertige Familienmitglieder. Es wird mit ihnen gekuschelt, oft sitzen sie mit auf dem Sofa oder sie schlafen sogar mit im Bett. Allzu gerne wird dabei vergessen, dass diese Nähe auch durchaus zu einer ernsten Gefahr werden kann. Nicht erst seit den Corona-Zeiten ist es darum wichtig, auf Hygiene zu achten.

Auf einer Tagung der Tierärztlichen Hochschule Hannover zu Gesundheitsgefahren mit Haustieren hat sich Tierarzt Hendrik Wilking, der am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin zum Thema Zoonosen forscht, geäußert.

Laut Wilking ist in Deutschland im Zusammenhang mit Heimtieren der Erreger Toxoplasma gondii wohl am gefährlichsten. „Bei Menschen, deren Immunsystem supprimiert ist, kann eine solche Infektion unter Umständen sehr schwer verlaufen.“

Die Wirte dieses Parasiten sind Katzen. Mit diesem Parasiten können sich Menschen entweder direkt bei den Katzen anstecken oder aber auch  sofern sie Fleisch essen, das mit diesem Erreger befallen ist.

Besonders problematisch ist eine Erkrankung mit Toxoplasma gondii für Schwangere. Laut einer Studie des RKI würden jährlich etwas mehr als 4000 schwangere Frauen eine Toxoplasmose durchmachen. Jährlich kommen 300 Neugeborene zur Welt die Symptome der Krankheit zeigen.

„Dazu zählen Schäden im neurologischen Bereich“, sagt Wilking. „Schwangere sollten auf einen hygienischen Umgang mit Katzen achten.“

Einer RKI-Studio zufolge besteht zudem gerade bei Katzen ein erhöhtes Risiko für eine Borreliose-Infektion. „Die Katzen nehmen die Zecken draußen auf und sie übertragen sich zum Beispiel beim Schmusen.“ Auf die Fragen hin, ob es dann nicht besser wäre, Haustiere komplett abzuschaffen, hat Wilking eine eindeutige Antwort. „Auf gar keinen Fall, Untersuchungen haben den gesundheitlichen Nutzen für die Besitzer belegt. Haustierhalter haben demnach eine höhere Lebenszufriedenheit, sie bewegen sich mehr – allein schon wegen des Gassi Gehens und des Kümmerns – und sie haben auch mehr soziale Kontakte.“

Es gibt also keinen Grund vor Panikmache, jedoch ist eine gesunde Vorsicht anzuraten. Die folgenden Tipps und Vorgehensweisen sollen dir einerseits bei einem schönen Zusammenleben mit deinem Vierbeiner helfen und dich andererseits vor Krankheitserregern schützen.

 

Eigenschutz und Hygiene

Persönliches Risiko vermeiden

Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, aber auch für Schwangere und kleine Kinder ist besondere Umsicht beim Kontakt mit Haustieren geboten. Dies gilt verstärkt für Jungtiere. Da bei Säuglingen und Kleinkindern das Immunsystem noch nicht ausgereift ist, sind sie anfälliger für Infektionen. Eine Reinigung von Katzentoiletten beispielsweise sollte lieber von anderen Familienmitgliedern durchgeführt werden.

Kontakt mit Tieren und es gibt keine Reinigungsmöglichkeit

Gerade mit kleinen Kindern ist bei einem Ausflug in den Zoo der Besuch des Streichelzoos obligatorisch. Dies ist nur eine von vielen Situationen, nach denen meist keine unmittelbare Waschmöglichkeit für die Hände verfügbar ist. Mit Reinigungstüchern wäre es möglich, Schmutz zu entfernen. Dennoch solltest du es vermeiden, mit den ungewaschenen Händen ins Gesicht zu fassen oder Speisen zu berühren. Auch deine Kinder solltest du dazu anhalten.

Futterplätze und Schlafplätze reinigen

Zwei Orte, an denen sich dein Haustier besonders häufig aufhält, sind der Futterplatz sowie der Schlafplatz. Da die Tiere im Fell und auf der Haut Bakterien herumtragen können, solltest du gerade an diesen Orten besonders genau auf Sauberkeit achten und sie regelmäßig reinigen. Aber nicht nur der Futterplatz an sich ist wichtig, auch frisches Futter und frisches Wasser sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Natürlich gehört hinterher die Reinigung der Futter- und Trinknäpfe dazu.

Katzenklo an die richtige Stelle

Eigentlich versteht es sich von selbst, aber es sei hier nochmals gesagt. Ein Katzenklo gehört natürlich weder in die Küche noch in das Esszimmer oder die Nähe des Esstisches. Stelle das Klo so weit entfernt von diesen Bereichen auf, wie es geht. Damit reduzierst du die Wahrscheinlichkeit, dass Bakterien auf deine Nahrung übertragen werden.

Eigenschutz beim Kot Aufsammeln

Auch eine Selbstverständlichkeit ist, dass du nach dem Reinigen der Katzentoilette mit einer Schaufel und Entsorgung des Kots, unmittelbar die Hände gründlich mit Wasser und Seife wäscht. Dasselbe gilt natürlich ebenso, wenn du mit deinem Tier Gassi gegangen bist und den Kot mit einer Plastiktüte aufgesammelt hast.

 

Hygiene im Zusammenleben mit Haustieren

Gerade im Zusammenleben mit Haustieren kommt der Hygiene eine größere Bedeutung zu. Die Tiere bringen eben im Fell, mit den Pfoten oder im Maul Bakterien und andere Krankheitserreger mit ins Haus. Und einige der Erreger sind auch für Menschen schädlich. Mit einer guten Hygiene kannst du jedoch dich und deine ganze Familie schützen, zumindest aber das Risiko senken.

Schutz deines Haustiers

Bei der Verwendung von Reinigungsprodukten solltest du darauf achten dass diese auch für deine Haustiere unbedenklich sind.

Der Schutz beginnt schon einmal bei deinem Haustier selbst. Du möchtest ja auch, dass dein geliebtes Tier gesund ist. Also, sorge für eine saubere Umgebung und das richtige Futter. Aber es gehören auch die notwendigen Tierarztbesuche dazu. Gerade regelmäßige Impfungen, sowie Behandlungen auf Flöhe, Zecken sowie gegen Darmwürmer und Parasiten gehören zu den wichtigsten Maßnahmen.

Beobachte dein Tier regelmäßig, damit du rechtzeitig Anzeichen von Krankheiten feststellen kannst. Immer, wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, geh zum Tierarzt oder frage ihn zumindest um Rat. Wichtig ist, dass du dein Haustier nie mit denselben Medikamenten, Schmerzmitteln und Salben behandelst, die eigentlich für Menschen bestimmt sind. Sprich immer mit dem Tierarzt.

Dein gesundes Zuhause

Immer wieder wird es erwähnt, aber ich schreibe es dennoch erneut, wasch dir stets die Hände, nachdem du mit deinem Haustier gespielt hast, nach dem Streicheln ebenso wie nach Füttern und Reinigung der Spielzeuge, der Ställe, des Katzenklos und anderen Utensilien.

Hände waschen gilt in besonderem Maße, bevor du Speisen zubereitest. Aber auch währenddessen solltest du dein Haustier nicht streicheln. Und halte dein Tier von den Lebensmitteln fern. Bringe auch deinen Kindern frühzeitig bei, vor dem Essen die Hände zu waschen, insbesondere nachdem sie das Haustier angefasst haben.

So, wie dein Haustier nicht in die Küche gehört, gehört es auch nicht an den Esstisch. Dass Tiere auf dem Tisch nichts zu suchen haben, versteht sich von selbst.

Vor allem Katzen sind sehr neugierig und sie wollen gerne jeden Winkel auskundschaften. Und so kommt es dann vor, dass sie verbotene Bereiche besuchen, wenn sie gerade niemand beobachtet. Zu diesen verbotenen Bereichen gehören die Küchenarbeitsflächen. Wichtig ist, dass du dein Haustier nie wissentlich auf diese Flächen lässt. Bevor du Essen zubereitest, solltest du immer sicher gehen und diese Bereiche zuvor mit einem antibakteriellen Produkt einsprühen und abwischen.

Auch wenn du oder deine Kinder das Tier lieben, lasse es nie über das Gesicht und erst recht nicht über offene Wunden lecken. Genauso wenig sollten Haustiere geküsst werden. So, wie Haustierdecken oder das Katzenklo keine Orte zum Spielen oder Experimentieren für Kinder sind, sollten die Tiere auch nicht ins eigene Bett genommen werden und dort schlafen.

Solltest du das dennoch machen, achte wenigstens darauf, die Bettwäsche oft zu waschen und zu desinfizieren. Die Bettwäsche, wie auch Katzen- oder Hundedecken sollten regelmäßig bei mindestens 60° gewaschen werden.

Wenn du deinem Tier regelmäßig die Krallen schneidest, verminderst du nicht nur das Risiko für Kratzer. Zudem trägt dies zur Hygiene bei, denn so kann auch weniger Schmutz an den Krallen hängen bleiben.

Ein stark beanspruchter Bereich ist, neben dem Ort an dem das Katzenklo steht, der Eingangsbereich. Wenn dein Haustier von draußen hereinkommt, können sich Bakterien und andere Krankheitserreger auf matschigen Pfoten gut verstecken. Aus dem Grund sind vor allem die Böden dort, wo die Haustiere herein kommen, oft zu reinigen und zu desinfizieren.

Für die Reinigung meide Produkte auf Ammoniakbasis, denn dies könnte dazu führen, dass dein Haustier beginnt, den Bereich zu „markieren“. Scharfe Chemikalien sind in den Bereichen ungeeignet, in denen sich dein Haustier oft aufhält. Gut mit warmem Wasser nachspülen hilft außerdem.

 

Wenn du mit deiner Familie die Tipps beherzigst und ihr bewusst mit Hygiene im Zusammenleben mit euren Haustieren umgeht, werdet ihr eine glückliche und gesunde Zeit haben.